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Arbeiten bei der EU – Chancen und Karrieren

Ein Job als EU-Beamter oder für den Mitgliedstaat bei der EU: für viele „der“ Traumjob schlechthin. Doch wie bewirbt man sich für einen Job bei der EU? Wie läuft das Aufnahmeverfahren ab?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um bei EU-Institutionen zu arbeiten: der „klassische“ Weg, in dem man über ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren („Concours“) in ein Dienstverhältnis zur Europäischen Union aufgenommen wird, oder indem man als nationaler Experte bzw. nationale Expertin im Dienst des jeweiligen Mitgliedslandes am Standort einer EU-Institution arbeitet. Auch Praktika sind möglich.

Das Rennen um EU-Jobs – rund 50.000 Bewerbungen jährlich

Wer sich um ein Anstellungsverhältnis bei der EU bewerben möchten, für den führt kein Weg am EPSO (European Personnel Selection Office) vorbei: dorthin ist die Bewerbung zu richten, dort wird das Auswahlverfahren durchlaufen. Das EPSO trifft die Personalauswahl für die Institutionen und Agenturen der Europäischen Union, also z.B. das Europäische Parlament, den Rat, die Kommission, den Gerichtshof, den Rechnungshof und andere. EPSO bearbeitet jährlich rund 50.000 Bewerbungen und besetzt dabei etwa 1.500 Stellen. Die Tests werden in 24 Sprachen durchgeführt.

Bewerbungsvoraussetzungen – was sollte man können?

Neben der Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedslandes und der erforderlichen fachlichen Qualifikation, ist (abhängig von der angestrebten Verwendung, z.B. als Beamte/r, Rechts- und Sachverständiger oder Übersetzer) für eine Bewerbung in formaler Hinsicht u. a. die Beherrschung mindestens zweier EU-Amtssprachen vorausgesetzt. In einer ersten Vorauswahl wird das regelmäßig mehrere zehntausend Bewerber/innen umfassende Teilnehmerfeld erstmals gründlich ausgedünnt. Um EU-Beamter/in zu werden, muss man erfolgreich an einem Auswahlverfahren, dem sog. „Concours“, teilnehmen.

 Wie bewirbt man sich?

Die Anmeldung zur Teilnahme am Concours erfolgt ausschließlich online über die Webseite des EPSO. Nachdem man sein persönliches Konto auf der Website erstellt und sich verbindlich auf eine ausgeschriebene Stelle beworben hat, beginnt das Auswahlverfahren.

Ablauf des Verfahrens

Vorauswahltest: Nach der Bewerbung muss elektronisch ein Testtermin vereinbart werden. Der Vorauswahltest, ein computergestütztes Multiple-Choice-Verfahren, findet in Prüf­zentren statt. Für das Vorauswahlverfahren werden auch in Österreich Vorbereitungskurse angeboten.

E-Tray (elektronischer Postkorb): Beim E-Tray müssen die Bewerber/innen unter Zeitdruck und mit nicht ganz vollständigen Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt für den Berufsalltag typische Entscheidungen treffen. Damit sollen Kompetenzen wie Prioritäten­setzung, Ergebnisorientierung und Organisationsfähigkeit geprüft werden. Auch der E-Tray wird in Prüfzentren abgelegt.

Assessment Center (AC): In dieser Wettbewerbsphase müssen individuelle Aufgaben (um­fassende Fallstudie, strukturiertes kompetenzbezogenes Interview, Vortrag) und Gruppen­übungen absolviert werden. Bewertet werden dabei Analyse- und Problem­lös­ungs­­fähigkeit, Kommunikation, Qualitäts- und Ergebnisorientierung, persönliche und beruf­liche Weiterbildung, Belastbarkeit sowie bei Hochschulabsolventen auch Führungsqualitäten.

Aufnahme in die Reserveliste: Die im AC erfolgreich Teilnehmenden haben den Concours bestanden und werden in eine sog. Reserveliste aufgenommen. Diese ist für ein Jahr gültig. Nur die auf der Reserveliste stehenden Personen, sog. Laureatinnen oder Laureaten, können sich auf konkrete Stellen in den europäischen Institutionen bewerben. Diese decken ihren Personalbedarf aus dieser Reserveliste. Einen Rechtsanspruch auf Anstellung gibt es nicht, auch wenn man es auf die Reserveliste geschafft hat.

Nur wenige schaffen es

Bewerberinnen und Bewerber für die Zulassung zum Medizinstudium in Österreich kennen das: Nur ein Bruchteil schafft es am Ende auf die Reserveliste. Im Jahre 2017 schaffte es europaweit nur etwas mehr als ein Prozent der zu den ersten Tests geladenen Kandida­tinnen und Kandidaten bis in das Assessment Center, rund ein halbes Prozent auf die „Reserveliste“.

Hier finden Sie Beispiele für Aufnahmetests.

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