Was ist in der vergangenen Woche in der EU passiert? Welche EU-Themen sind für Österreich relevant? Was wird derzeit eigentlich diskutiert? Diese Fragen beantworten wir Ihnen in unserem Wochenüberblick. In unserer Serie erfahren Sie einmal pro Woche, was sich in der EU tut.
Neue Regelungen zum Schutz der EU-Stahlindustrie vor den schädlichen Auswirkungen globaler Überkapazitäten
Seit Anfang Juli 2026 ist eine neue EU-Verordnung in Kraft, die die europäische Stahlindustrie vor den schädlichen Auswirkungen globaler Überkapazitäten schützen soll. Die Europäische Kommission hat hierzu eine Durchführungsverordnung veröffentlicht, welche die Zuteilung der Zollkontingente neu regelt. Durch ein System aus niedrigeren Kontingenten und höheren Zöllen bei Überschreitung wird der strategisch wichtige Wirtschaftszweig langfristig abgesichert. Drittländern wird dabei ein berechenbarer und fairer Marktzugang garantiert. Die Hälfte der jährlichen Einfuhrkontingente von 18,3 Millionen Tonnen ist für Partner mit Freihandelsabkommen reserviert, wodurch deren Einschnitte abgefedert werden. In konstruktiven WTO-Gesprächen hat eine beträchtliche Zahl dieser Handelspartner die Zuteilungen bereits vorläufig akzeptiert.
Neuer Zoll für Kleinpakete soll wirtschaftliche Fairness und Konsumentenschutz stärken
Seit dem 1. Juli 2026 hat die EU die veraltete Zollbefreiung für elektronisch gehandelte Waren aus Drittländern unter einem Wert von 150 Euro abgeschafft. Angesichts von Milliarden von Kleinsendungen wird nun eine Gebühr von 3 Euro pro Warenposition fällig, um faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen zu schaffen. Das bisherige System hatte zu einem strukturellen Ungleichgewicht geführt, das den lokalen Handel in den Innenstädten schwächte und durch lange Lieferwege sowie Verpackungsmüll die Umwelt belastete. Nun gelten für Importeure aus Drittländern und EU-Händler dieselben Bedingungen. Die Zollbehörden erheben die Abgaben direkt bei den Verkaufsplattformen, weshalb auf die europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Zustellung keine zusätzlichen Zahlungen zukommen.
Mehr dazu: Neuer Zoll für Pakete aus Drittländern mit online bestellten Waren schafft fairere Bedingungen
EU unterstützt Forschende in Österreich bei der Umsetzung ihrer Ergebnisse
Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat die Ergebnisse der ersten Runde der „Proof-of-Concept“-Zuschüsse bekannt gegeben, bei der 182 Forschende mit insgesamt 27,3 Millionen Euro unterstützt werden. Aus dem Programm „Horizont Europa“ erhält jeder Stipendiat 150.000 Euro, um das kommerzielle oder gesellschaftliche Potenzial bestehender Pionierforschung zu ergründen. Die Fördermittel fungieren als Ergänzungsfinanzierung und helfen dabei, die Lücke zwischen zukunftsweisender Theorie und realen, praktischen Anwendungen – wie etwa in der Krebsforschung oder der Elektronik – zu schließen. Die ausgewählten Projekte verteilen sich auf 21 Länder, wobei Deutschland und die Niederlande die meisten Stipendien verzeichnen. Für das gesamte Jahr 2026 ist ein Budget von 60 Millionen Euro für zwei Wettbewerbsrunden vorgesehen.

