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Ein Tag voller Wahrheit – EU Youth Cinema 2026

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Gleich zwei Veranstaltungen fanden in Vorarlberg rund um den spannenden Dokumentarfilm „How to Build a Truth Engine“ statt: am Vormittag für Schulklassen in Hohenems und am Abend für alle Interessierten in Dornbirn.

Gemeinsam mit dem EU Youth Cinema: Green Deal lud EUROPE DIRECT Vorarlberg am 14. Oktober 2026 zu zwei Filmvorführungen ein. Gezeigt wurde der Film „How to Build a Truth Engine“ des österreichischen Regisseurs Friedrich Moser. Der Film beschäftigt sich mit den Themen Desinformation und Verschwörungstheorien und der hochaktuellen Frage, warum wir uns so leicht von Fake News beeinflussen lassen.

Rasante Verbreitung von Fake News

Der Film zeigt auf, dass man nicht nur die Informationszufuhr, sondern auch den Verstand von Menschen “hacken” kann. Zudem ist es deutlich leichter, etwas Falsches zu behaupten als das mit Beweisen zu widerlegen. Fake News verbreiten sich dank Social Media rasend schnell, während die Richtigstellung solcher Behauptungen oft nicht alle Menschen erreicht. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und das Demokratieverständnis und führte z.B. zum Sturm auf das Kapitol im Jänner 2021, weil die Menschen den Aufrufen zum Widerstand via Social Media folgten und das Wahlergebnis nicht anerkennen wollten.

Im Film werden Expertinnen und Experten von renommierten Forschungseinrichtungen und Institutionen wie Harvard University, UC Berkley und New York Times aus den Bereichen Neurowissenschaften, Technologie, Journalismus und Gesellschaft interviewt und die verschiedenen Aspekte des menschlichen Denkens analysiert. Anhand von konkreten Beispielen wie z.B. der offiziellen Kommunikation in China zur Ausbreitung des Corona-Virus in Wuhan oder den Aussagen von Russland zum Massaker von Butscha, denen durch die Auswertung von Satellitenbildern und Telefongesprächen von russischen Soldaten entgegengetreten werden konnte, werden die Mechanismen von (Falsch-)Information gut ersichtlich dargestellt. Die große Rolle von qualitativem Journalismus wird herausgestrichen, da gute Journalistinnen und Journalisten umfassende Faktenchecks machen, bevor sie Nachrichten veröffentlichen.

Spannende Fragen der Jugendlichen bei Schulaufführung

Martha Stüttler-Hartmann von EUROPE DIRECT Vorarlberg führte bei der Schulveranstaltung durch das Programm und stellte das Angebot von EU Youth Cinema: Green Deal und EUROPE DIRECT kurz vor. Nach der Filmvorstellung im Cineplexx Hohenems vor rund 250 Schülerinnen und Schülern mit ihren begleitenden Lehrpersonen standen Joachim Mangard, Chefredakteur der Tageszeitung Die NEUE, und Michael Himmer, EU-Experte und Lehrender an der FHV, für Fragen der Jugendlichen zum Film zur Verfügung.

Die Fragen umfassten ein breites Spektrum: Wie können/sollen wir mit rechtsextremen Parteien im Europäischen Parlament umgehen? Kann man Kanäle, die offensichtlich Fake News verbreiten, einschränken? Und welchen Social Media-Kanälen kann ich überhaupt noch vertrauen? Die Vortragenden gingen auf diese Fragen ein und bestärkten die Jugendlichen, kritisch zu bleiben und Informationen gut auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Gespräch mit Friedrich Moser und anderen Experten in Dornbirn

Die Filmvorführung an der FH Vorarlberg fand im Rahmen des RUN-EU European Values Awareness Programme statt und wurde als Kooperationsveranstaltung von FHV, EUROPE DIRECT Vorarlberg und EU Youth Cinema: Green Deal durchgeführt. Anja Sieghartsleitner von der FHV und Martha Stüttler-Hartmann von EUROPE DIRECT Vorarlberg begrüßten die mehr als 50 Anwesenden.

Bevor der Film gezeigt wurde, erläuterte der Regisseur Friedrich Moser via Online-Zuschaltung die Hintergründe zur Entstehung des Films. Unter der Moderation von Natasha Doshi diskutierten die FH-Lehrenden Margarita Köhl über die Schweigespiraletheorie und gesellschaftliche Polarisierung, Peter Hoffmann über die Rolle künstlicher Intelligenz und Algorithmen und Michael Himmer über europäische Werte und den Dialog miteinander. Nach dem Ende des Films lud die FHV die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich bei Snacks und Getränken über den Film auszutauschen und weiter zu diskutieren.

Dialogfähigkeit, kritisches Denken und Medienkompetenz unabdingbar

Viele positive Rückmeldungen bei beiden Veranstaltungen bestärkten die Organisatorinnen, dass das Thema Desinformation sehr aktuell und die Auseinandersetzung damit äußerst wichtig sind. Der Film gibt keine fertigen Antworten, sondern regt dazu an, sich weiterhin mit diesem Thema zu beschäftigen, Informationen kritisch zu hinterfragen und deren Quelle zu prüfen. Die Vortragenden erachteten als wichtigstes Gegenmittel zur Ausbreitung von Fake News und Verschwörungstheorien die skills Urteils- und Medienkompetenz sowie Diskursfähigkeit. Desinformation bewegt uns alle und der richtige Umgang damit ist eine Voraussetzung für die Stärkung unserer Demokratie.