Jugenddialog mit EU-Kommissar Magnus Brunner in Klagenfurt

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Am 23. April 2026 bot sich für über 70 Schüler:innen aus Kärntner Schulen im Europahaus Klagenfurt eine besondere Gelegenheit: Sie konnten direkt mit dem österreichischen EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, ins Gespräch kommen und ihre Fragen zu aktuellen europäischen Themen stellen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten von Europahaus-Vizepräsidentin Ana Blatnik, die die Bedeutung des Dialogs zwischen Jugend und europäischen Institutionen hervorhob. Nach einer kurzen Vorstellung von Magnus Brunner, bei der er seinen persönlichen Zugang zu Europa von Kindheitstagen an schilderte, entwickelte sich ein lebendiger Austausch zwischen dem EU-Kommissar und den motivierten und interessierten Schüler:innen. Die Jugendlichen nutzten die Chance, kritisch nachzufragen und ihre Perspektiven einzubringen. Moderiert wurde die Fragerunde von Christoph Zettinig sowie Kärntens EU-Jugendbotschafterin Lilith Zinnauer, die das Mikrofon durch die Reihen reichten und für einen dynamischen Ablauf sorgten.

Inhaltlich spannte sich der Bogen von illegaler Migration bis hin zur Frage, ob das österreichische Steuersystem gerecht sei – ein Thema, zu dem Brunner auch aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Finanzminister Stellung bezog. Besonders betonte er die Bedeutung der Zusammenarbeit aller 27 EU-Mitgliedstaaten sowie die Notwendigkeit einer starken Europa-Kommunikation auf nationaler und europäischer Ebene.

Auch persönliche Einblicke kamen nicht zu kurz: Auf die Frage nach seinem Alltag als EU-Kommissar, schilderte Brunner einen abwechslungsreichen Beruf mit vielen Reisen, auch in Drittstaaten, und ständig neuen Herausforderungen.

Ein zentrales Anliegen, das im Laufe der Diskussion besonders deutlich wurde, war die Bedeutung von Interesse und Engagement für Europa. Ein Jugendlicher brachte es treffend auf den Punkt: „Desinteresse ist der größte Feind der EU.“ Magnus Brunner griff diesen Gedanken auf und unterstrich, wie wichtig es sei, Europa sichtbar zu machen und aktiv darüber zu sprechen. Gerade durch Dialogformate und persönliche Begegnungen könne das Bewusstsein für europäische Themen gestärkt werden. Es sei wichtig, Europa sichtbar zu machen und darüber zu sprechen – etwa metaphorisch „die europäische Flagge zu hissen“, besonders rund um den Europatag am 9. Mai.

Weitere Diskussionspunkte waren institutionelle Fragen wie die mögliche Direktwahl eines europäischen Präsidenten oder die Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips, ebenso wie die Notwendigkeit, die Energieunabhängigkeit Europas weiter voranzutreiben.

Zum Abschluss zeigte sich Brunner beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen: Die Fragen hätten „genau ins Herz getroffen“ und deutlich gemacht, wie intensiv sich junge Menschen mit europäischen Themen auseinandersetzen. Das große Interesse und die fundierten Beiträge seien ein starkes Zeichen für die Zukunft Europas.