EUROPE DIRECT Vorarlberg stellt Mag. Christof Thöny vor: Nach meinem Studium der Kombinierten Religionspädagogik sowie Geschichte und Sozialkunde habe ich fünf Jahre als Geschäftsführer der Regionalplanungsgemeinschaft Klostertal gearbeitet und mich dabei intensiv mit Fördermöglichkeiten der EU auseinandergesetzt. Seit 2011 bin ich als Lehrer am Bundesgymnasium Bludenz sowie als selbständiger Projektmanager mit Schwerpunkten in der Vermittlung von Kultur und Geschichte tätig. In meinen vielfältigen Tätigkeitsfeldern ist Europa ein wichtiges und in immer neuen Formen wiederkehrendes Thema.
Als Historiker halte ich die Auseinandersetzung mit der europäischen Geschichte für ein wesentliches Thema. Die Europäische Integration wird häufig als Friedensprojekt bezeichnet. Wer sich etwa mit der jahrhundertealten Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich befasst, wird erkennen, welche Bedeutung die Aussöhnung dieser Länder nach 1945 hatte. Historische und politische Bildung sind mir wichtige Anliegen, deshalb engagiere ich mich seit mehr als zehn Jahren im Programm Erasmus+; sowohl in der Schulbildung (am Bundesgymnasium Bludenz) als auch in der Erwachsenenbildung (beim Museumsverein Klostertal und anderen Organisationen). Am besten wird Europa an wesentlichen Schauplätzen erfahrbar, sei es in Straßburg, Brüssel oder auch an negativen Kulminationspunkten wie Auschwitz. Menschen dorthin zu begleiten, halte ich für eine wichtige Aufgabe, möglichst immer mit umweltschonenden Mobilitätsmitteln. Denn mit Blick in die Zukunft gibt es große Herausforderungen zu bewältigen. In den letzten Jahren ist die Sicherheit in Europa in den Vordergrund gerückt. Diese ist wichtig, und doch dürfen wir den Klimaschutz nicht aus den Augen verlieren, der für uns und die nachfolgenden Generationen von zentraler Bedeutung ist. Kritisch sehe ich, dass der Green Deal der Europäischen Kommission derzeit wieder etwas verwässert wird und von der Prioritätenliste eher verschwunden ist. Bei beiden Themen – Sicherheit und Umweltschutz – ist seriöse Information unumgänglich. Soziale Medien bieten große Chancen, insbesondere bei der Umsetzung von EU-geförderten Projekten (was ein wesentlicher Bestandteil meiner täglichen Arbeit ist). Sie beinhalten aber auch viele Risiken der Desinformation. Eine gute Medienpolitik halte ich deshalb für eine wichtige Aufgabe der europäischen Politik der Zukunft.
Nachdem meine Tätigkeiten vor allem das Vorarlberger Oberland umfassen, die Kleinstadt Bludenz und die umliegenden ländlichen Regionen, ist das ländliche Europa seit langer Zeit ein wichtiger Fokus. Wie kann die Zukunft von touristisch geprägten Alpenregionen sichergestellt werden? Eine meiner Leidenschaften sind das Skifahren und die Geschichte dieser Sportart. Bei diesem Thema bemühe ich mich stark um eine europäische Vernetzung von Museen, Archiven und Vereinen. Angesichts des Klimawandels stellt sich auch hier die Frage nach der Zukunft. Sie kann nur gemeinsam und nicht nationalstaatlich angegangen werden.
Europa ist besser als sein Ruf, davon bin ich überzeugt. Die Chancen und Möglichkeiten müssen den Menschen nähergebracht werden. Deshalb bemühe ich mich am Bundesgymnasium Bludenz und im Klostertal Museum immer wieder um die Organisation von Europa-Tagen. Durch europäische Programme (neben Erasmus+ etwa auch Interreg, Creative Europe, Leader CERV) sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten beträchtliche Fördermittel in diese Institutionen geflossen. Vieles wäre ohne diese Initiativen nicht umsetzbar gewesen. Der bürokratische Aufwand ist dabei allerdings immens. Auch hier würde man sich in Zukunft vielleicht noch die eine oder andere Erleichterung wünschen.
Wordrap:
Europäische Union – Chance und Herausforderung
Grenzen – manchmal notwendig
Zukunft Europas – geht uns alle an
Österreich – im Herzen Europas
Heimat – wo man sich aufregt
Freiheit oder Sicherheit – etwas von beidem
Solidarität – muss gelebt werden
Klimawandel – kann nicht ignoriert werden
Kultur – lebensnotwendig
Junge Menschen – unsere Zukunft
Städtetrip oder Urlaub am Land – am besten abwechselnd
Kochen oder Restaurant – auch am besten abwechselnd

