Öffnet in einem neuen Tab

Mein Europa – Veronika Drexel

Veröffentlicht

Schlagwörter

EUROPE DIRECT Vorarlberg stellt Veronika Drexel vor: Ich habe an der Universität Innsbruck Sprachen studiert und bin nach einer kurzen Zeit im dortigen Erasmus-Büro seit 1997 im aha – Jugendinformationszentrum Vorarlberg tätig. Meine Aufgaben dort sind mit den EU-Programmen für Jugendliche im außerschulischen Bereich mitgewachsen, die in dieser Zeit entwickelt und laufend ausgebaut wurden. Begonnen hat es mit der Entsendung und Aufnahme von engagierten jungen Menschen im Rahmen des Europäischen Freiwilligendiensts. Später kam die Beratung von Jugendlichen und Organisationen, die EU-geförderte Projekte umsetzen, sowie die Koordination von europäischen Begegnungen in Zusammenarbeit mit Vorarlberger Jugendorganisationen hinzu. Im Zuge dieser Tätigkeit wurde ich 2025 als Erasmus+ Botschafterin „Jugend“ ausgezeichnet.

Wenn ich an Europa denke, fallen mir über den ganzen Kontinent verstreut Menschen ein, die ich kennengelernt habe, und Projekte, an denen ich in der einen oder anderen Form mitgewirkt habe. Das ist ein bunter Teppich, der durch vielerlei Beziehungen zusammengehalten wird.

In diesem Sinn passt auch das Motto der Europäischen Union: In Vielfalt geeint: viele Länder, Lebensweisen, Sprachen, Geschichten, die sich auf gemeinsamen Prinzipien wie Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit gründen. Und zwischen den Polen der Vielfalt und der Einheit ein immerwährender Aushandlungsprozess …

Die beiden EU-Jugendprogramme – Erasmus+ und das Europäische Solidaritätskorps –, die ich über meine Arbeit sehr gut kennengelernt habe, spielen dabei aus meiner Sicht eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen jungen Menschen und allen, die mit Jugendlichen arbeiten, einen solchen „Aushandlungsprozess“ im Kleinen, indem sie konkrete Erfahrungen in einem anderen Land – mit der Kultur dort, mit den Menschen und ihrer Sichtweise auf die Dinge – unterstützen. Und wer einmal eine Zeitlang in einer schwedischen oder portugiesischen Organisation verbracht hat, wird wahrscheinlich ein paar Vorurteile ablegen und auch ein paar Entdeckungen über die eigene Kultur machen. Diese konkrete, „analoge“ Begegnung halte ich gerade in einer Zeit, in der wir uns zunehmend in digitalen Blasen bewegen, für besonders wertvoll.

Meine Vision für Europa ist, dass all diese (jungen) Menschen, die Europa durch persönliche Begegnungen erfahren haben, die andere Perspektiven kennengelernt und sich mit ihnen ausgetauscht – vielleicht auch auseinandergesetzt – haben, eine „kritische Masse“ von unten bilden, die dazu beiträgt, dass sich der „Flottenverband“ Europa (weiter) in Richtung einer Solidargemeinschaft auf der Grundlage der Menschenrechte bewegt, wo jeder und jede Einzelne in seiner bzw. ihrer Einzigartigkeit Platz hat und wo Unterschiede nicht als trennend, sondern als bereichernd wahrgenommen werden.

Wordrap:

Europäische Union – erlebt gerade eine herausfordernde Zeit

Grenzen – verlieren an Bedeutung, wenn es möglichst wenig Ungleichheit gibt

Zukunft Europas – ein ständiges Aushandeln

Österreich – Heimat

Heimat – Berge

Freiheit oder Sicherheit – sollten sich die Waage halten

Solidarität – wirkt ausgleichend

Kultur – Vielfalt

Junge Menschen – erfrischend

Lieblingsland in Europa – Spanien

Städtetrip oder Urlaub am Land – am Land, irgendwo, wo es Berge und/oder Hängematten gibt

Lieblingsbuch – jetzt gerade: Zeit der Mutigen von Dimitré Dinev

Kochen oder Restaurant – Kochen, am liebsten mit Freundinnen und Freunden

Was ich nicht mag – etwas vorgemacht zu bekommen

Was mir imponiert – engagierte Menschen, die ihr Engagement nicht an die große Glocke hängen